Der Fonds für bedrohte Papageien möchte sich ganz herzlich bei allen Spendern bedanken.

14. Tagung des Fonds für bedrohte Papageien im Kölner Zoo

Der Kölner Zoo ist einer der ältesten und beliebtesten Zoos in
Deutschland. Rund 10.000 Tiere in mehr als 750 Arten sind im
zoologischen Garten der Domstadt zu Hause. Zu den aktuellen
Hauptattraktionen gehören der 2004 eröffnete Elefantenpark und der
Hippodom, eine afrikanische Flusslandschaft, die seit dem 28. Mai 2010
Flusspferde, Nilkrokodile, Sitatunga-Antilopen und weitere Bewohner der
afrikanischen Flussebenen beherbergt. Der Zoo Köln engagiert sich
weltweit erfolgreich in Natur- und Artenschutzprojekten und beteiligt
sich an Erhaltungszuchtprogrammen bedrohter Tierarten, so dass er für
die 14. Tagung des Fonds für bedrohte Papageien am 30. Oktober 2010 der
perfekte Gastgeber war. Theo Pagel, der die 165 Teilnehmer in der
Ausstellungshalle des Tropenhauses begrüßte, ist nicht nur Direktor des
Kölner Zoos, sondern auch 1. Stellvertretender Vorsitzender der
Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) und
wie der Kurator Bernd Marcordes, der viele Jahre im Vogelpark Walsrode
tätig war, ein profunder Kenner der Papageienwelt.

Viele Besucher der Tagung waren bereits am Freitag angereist und hatten
die Gelegenheit genutzt, in der Abenddämmerung einen Schlafbaum der
Halsbandsittiche (Psittacula krameri) auf dem Gelände der Bayer AG in
Leverkusen aufzusuchen.

Zum Auftakt der Tagung ergriff nach einer kurzen Einführung von Andreas
Bigge zum organisatorischen Ablauf der Veranstaltung Jörg Asmus aus
Güstrow die Gelegenheit, die Teilnehmer über ein neues Zuchtprojekt der
VZE e.V. zu informieren, das European Preservation Project for Agapornis
Species (EPPAS). Das Vorhaben widmet sich der ehrgeizigen Aufgabe, die
wenigen artenreinen und mutationsfreien Bestände der acht
Agapornis-Arten in Menschenobhut zu erhalten.

Tierarzt Dr. Marcellus Bürkle aus Karlsruhe, der auch die Tagung
moderierte, berichtete anschließend über die anspruchsvolle Zucht von
Orangebrust-Zwergpapageien (Cyclopsitta gulielmitertii), von denen in
Menschenobhut zurzeit weniger Exemplare existieren als vom Spix-Ara
(Cyanopsitta spixii). Auch der dritte Vortrag des Vormittags
beschäftigte sich mit „Papageienzwergen“. Biologin Jennifer Richber
stellte das Thema ihrer Diplom-Arbeit an der Universität Gießen vor. Sie
hatte sich mit der „Physiologie im angewandten Artenschutz:
Energiehaushalt und Thermoregulation beim Rußköpfchen, einer bedrohten
afrikanischen Papageienart“ beschäftigt. Nach der Mittagspause, in der
die Besucher die Möglichkeit hatten, die vielfältigen Attraktionen des
Kölner Zoos genauer in Augenschein zu nehmen, wechselte das Thema der
Tagung in die Tiermedizin. Dr. Cyrill Sauer aus Panschwitz-Kuckau fasste
für das Auditorium die wichtigsten und aktuellen Erkenntnisse zu „Viren
– die unsichtbare Bedrohung für Papageien“ zusammen.

René Wüst, seit 2005 Sprecher des Fonds für bedrohte Papageien, stellte
die aktuellen Schutzprojekte vor und übergab dann das Mikrophon an Tony
Pittman. Der Engländer setzt sich seit 25 Jahren für den Schutz der
neotropischen Sittiche und Aras ein. Als Ratsmitglied der Parrot Society
UK unterstützt er ein Projekt in Süd-Chile für den Langschnabelsittich
(Enicognathus ferrugineus), das er selbst vor Ort besucht hat.

Der Niederländer Peter de Wilde widmet sich seit 2005 intensiv der
Haltung und Zucht von Loris. Er hat im Februar 2006 die Liste „The
European Loribreeders“ gegründet, auf der sich bis heute 402 Züchter aus
18 Ländern mit insgesamt 3.531 Paaren Loris, Fledermauspapageien und
Feigenpapageien aus 80 Arten angemeldet haben. In Köln sprach de Wilde
über die „Situation des Mitchell-Loris im Freiland“.

Den Schlusspunkt der Fondstagung setzte Thomas Arndt mit seinem
bildgewaltigen Vortrag über die „Papageien des Amazonasbeckens“. Der
Herausgeber von PAPAGEIEN und des WP-Magazins entführte die Teilnehmer
in die exotischen Welt des tropischen Regenwalds und verdeutlichte den
Zuhörern, wie aufwendig es in diesem Gelände ist, als Fotograf den
Papageien auf die Spur zu kommen.

Pünktlich um 18 Uhr konnte René Wüst die Tagung beenden und zum
gemütlichen Zusammensein in den benachbarten Monheimer Hof einladen. Die
Teilnehmer waren sich einig, dass es sich wieder einmal um eine sehr
informative und erfolgreiche Veranstaltung in entspannter Atmosphäre
gehandelt hat. Viele blieben noch bis zum Sonntag, um an der
sachkundigen Führung von Bernd Marcordes durch den Kölner Zoo teilzunehmen.

Der Dank des Fonds gilt in diesem Jahr allen Mitarbeitern des Zoos, die
für einen reibungslosen Ablauf der Tagung gesorgt haben, und den
Spendern, die während oder nach der Veranstaltung die Kasse für den
Papageienschutz klingeln ließen. Dazu zählen die Papageienfreunde Nord
e.V. (2.000 EUR, überreicht von Alfred Pallentin), der Vogelladen (500
EUR, überreicht von Art Böhringer), Sebastian Schmidt (500 EUR), der
Papageienmarktplatz (300 EUR, überreicht von Nils Petersen und Frank
Eger), Rita und Norbert Groß-Hardt (300 EUR), Familie Raben (250 EUR),
Carmen und Axel Weeber (150 EUR), Anja und Jürgen Czak (100 EUR) und
José Appels (100 EUR). Der Tagungsüberschuss fiel mit immerhin über
4.500 EUR besonders üppig aus, weil der Kölner Zoo freundlicherweise auf
die Erstattung der Kosten verzichtete und den Betrag für ein
Schutzprojekt spendete.

Fotogalerien:

Freitag

Samstag

Sonntag

Hippodom



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